10.04.2010 Freie Wähler und Köhler fordern Politik von Unten
Berlin/Regensburg (hh). Die Abgeordnete und parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, Tanja Schweiger, wurde mit ihrer Fraktion und einigen FW-Landräten im Schloss Bellevue von Bundespräsident Horst Köhler empfangen.

Die Wahlmänner der Freien Wähler haben letztes Jahr in der Bundesversammlung durch ihre Stimmen die Wiederwahl des Präsidenten gesichert und die Abgeordnete Tanja Schweiger wusste nach dem Besuch, dass diese Entscheidung richtig war: „Wir fühlten uns in unserer politischen Grundausrichtung von Herrn Köhler bestätigt. Einig waren wir uns, dass die Bildungspolitik die einzige nachhaltige Lösung unserer sozialen Herausforderung darstellt. Schwerpunkt der Politik müssen künftig Regionalität und Subsidiarität sein. Verantwortung und Kompetenzen müssen so weit wie möglich nach ganz unten abgegeben werden, Entscheidungen müssen vor Ort getroffen werden. Dort wo die Menschen direkt betroffen sind, finden sich auch die sinnvollsten Lösungen.“
Herr Köhler war der Meinung, dass in einer „endlichen“ Welt irgendwann die Wachstumsmöglichkeiten begrenzt sein werden und daher nicht immer mehr Wachstum die Lösung unserer sozialen Herausforderungen sein kann. Volkswirtschaftlich gesehen seien intelligente, wirtschaftliche und effiziente Lösungen, die sinnvolle Beschäftigung und ein allgemeines Wohlergehen schaffen, angesagt. Große Wachstumspotentiale sieht er derzeit im Bereich der Umwelt und in den regenerativen Energien. Der Präsident sprach auch vom Amok-Lauf in Winnenden und der fehlenden Achtung im gegenseitigen Umgang. In diesem Zusammenhang habe die Abgeordnete ihn auf ein Projekt am Gymnasium Neutraubling aufmerksam gemacht, bei dem über ein Patensystem verhindert werden soll, dass ein Kind ausgegrenzt wird.
Durch die angenehme und offene Gesprächsatmosphäre habe sich Herr Köhler letztendlich mehr Zeit genommen als vereinbart war.