Neumarkt i. d. Opf. (hah) Der VDK Neumarkt besuchte mit über 50 Personen die Abgeordnete Tanja Schweiger in München. Nach dem Essen in der Landtagsgaststätte und der Begrüßung durch die Abgeordnete konnten die Besucher in den Ausschüssen die Debatten live mit verfolgen. Eine Gruppe Gehörloser wurde dabei von einer Gebärdendolmetscherin begleitet.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde begrüßte die Abgeordnete die Besucher, darunter auch Bernhard Lehmeier, Referent für Menschen mit Behinderung der Stadt Neumarkt, Sebastian Schauer, Schriftführer des Beirats für Menschen mit Behinderung der Stadt Neumarkt, Frau Erna Vögele Kreisfrauenbeauftragte und den Vorsitzenden Walter Rackl.

Bernhard Lehmeier beklagte die Novellierung der Pflegeversicherung, denn der Pflegenotstand werde ignoriert und jeder muss sehen, wie er zurechtkommt. Jeder von uns kämpft eine Schlacht und wir ärgern uns sehr, denn die Pflegeversicherung ist unvollendet und bringt den Behinderten zu wenig. „Die Pflegeversicherung sei für den Pflegefall im Alter eingeführt worden, ohne Schwerpunkt auf Behinderte. Auch im Auftrag der geforderten und gewünschten Inklusion stehen hier noch große Aufgaben vor uns. Es handle sich hier zwar hier um ein Bundesgesetz, Tanja Schweiger versprach jedoch, den unhaltbaren Zustand weiter zu thematisieren.

Personalknappheit herrsche zudem nicht nur bei der Pflege, sondern auch bei Erziehern, Lehrern u.a. Sie plädierte für ein Umdenken in der Gesellschaft und bessere Bezahlung, sonst bekämen wir noch größere Probleme, vor allem in Hinblick auf den demografischen Wandel.

Eine Besucherin bat darum, dass sich die Politik mehr Gedanken, um die Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, machen müssten. Sie habe beispielsweise einen pflegebedürftigen Sohn und daher nach ihrer Diplomarbeit nicht in dem erlernten Beruf gearbeitet. Wenn sie in den nächsten Jahren ihren mittlerweile erwachsenen Sohn in eine Einrichtung geben muss, weil sie körperlich an in ihre Grenzen stösst, so muss sie die Zeit bis zum Renteneintritt mit einer Erwerbstätigkeit noch überbrücken. In diesem Fall, wäre eine Starthilfe für die Eingliederung in die Arbeitswelt sehr hilfreich. Auch eine Kurzzeitpflege für junge Menschen wäre sinnvoll, um Angehörige zu entlasten. Diese gibt es derzeit fast ausschließlich an Altenheimen angeschlossen.

Nach der Zusammensetzung des Landtags befragt, erläuterte Tanja Schweiger, dass der Landtag aus 187 Abgeordneten verteilt auf 5 Fraktionen bestehe. Die Freien Wähler stellen als drittstärkste Fraktion 20 Abgeordnete, wobei die Oberpfalz drei Freie-Wähler-Abgeordnete stellt: Tanja Schweiger aus Regensburg Joachim Hanisch aus Schwandorf und Dr. Karl Vetter aus Cham. Bei der  letzten Wahl erreichte man in der Oberpfalz 13,6 %. Dieses gute Ergebnis habe man auch den 4.500 Mitgliedern aus der Oberpfalz zu verdanken.

Ob es einen Abgeordneten im Rollstuhl gäbe wurde von ihr ebenfalls verneint: „Aber manchmal mit Krücken“ scherzte sie mit einem Augenzwinkern auf Hubert Aiwanger, der aufgrund einer Achillessehnenverletzung gehandikapt ist. Eine Besonderheit gäbe es für Rollstuhlfahrer. Diese dürften im Gegensatz zu jedem anderen Besucher IN den Plenarsaal, denn auch für die Landtagspräsidentin Barbara Stamm ist es ein Anliegen, Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zu geben, an Plenarsitzungen teil zu nehmen. „Wir bemühen uns ständig etwas zu verbessern und offen mit dem Thema Barrierefreiheit umzugehen, um möglichst wenig Hemmnisse aufzubauen.“ Zudem gibt es die Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung Irmgard Badura. Sie berät die Staatsregierung und wirkt an bayerischen Gesetzesentwürfen und Konzepten mit.