1500 begeisterte Freie Wähler am Aschermittwoch in Deggendorf

1.500 Besucher aus allen Teilen Bayerns und Gäste aus Nordrhein-Westfalen sind diesen Aschermittwoch in die Deggendorfer Stadthalle gekommen um dort ein politisches Feuerwerk zu erleben. FW-Landesbank-Experte Bernhard Pohl legte skizzenhaft die Versäumnisse der Landesbank-Verwaltungs- und Aufsichtsräte auf den Tisch.

Unter dem Thema “Familie, Bildung und Fortschritt” stellte Claudia Jung die Marksteine einer vernünftigen Familienpolitik vor. “Für mich gehört dazu auch eine verantwortungsbewusste Bildungspolitik. Dabei ist nicht entscheidend, ob die Kinder 12 oder 13 Jahre in die Schule gehen, sondern dass die Jugendlichen am Ende ihrer Schulzeit Werte und Kompetenzen vermittelt bekommen haben mit denen sie ihr Leben selbst gestalten können”, sagte sie unter dem Beifall der 1500 Zuhörer. Zu einer vernünftigen Familienpolitik gehöre auch, dass Frauen – auch ohne Quote – gleichberechtigte Voraussetzungen haben und Bayern endlich sein Schlusslichtdasein bei den Kindertagesstätten ablegt: “Wir brauchen wohnortnahe und erreichbare Kindertageseinrichtungen von frühester Kindheit bis zum Schüleralter und keine Schönredereien von Sozialministerin Haderthauer, wie toll Bayerns Sozial- und Familienpolitik ist!” Nur zu behaupten wie gut Bayern sei, weil überhaupt etwas in diesem Bereich unternommen habe, sei noch kein Beweis für Fortschritt, so Jung, die mit ihrer lebendigen Art des Vortrags die Herzen der Besucher auf ihre Art eroberte.

Im Anschluss setzte Landesvorsitzender Hubert Aiwanger mit seiner wortgewaltigen Rede der rund dreistündigen Veranstaltung die Krone auf. In Richtung der Integrationspolitik der CSU sagte er: “Nicht Religion und Weltanschauung stehen bei uns Freien Wähler im Vordergrund, sondern der Mensch im Mittelpunkt ist unsere Devise! Religion ist eine Privatsache. Wir schreiten allerdings dann ein, wenn unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht geachtet wird.”.

Bedeutend sei für die Freien Wähler eine zukunftsfähige Energiepolitik, bei der es darum gehe, dass nicht wenige Monopolisten den Reibach machen, sondern den Bürgern und dem Mittelstand über Beteiligung an dezentralen regionalen Unternehmensstrukturen Möglichkeiten gegeben werden daran zu partizipieren und die Wertschöpfung in der Region zu halten. Als Zielmarke nannte er hier die Speicherkapazitäten weiter zu erforschen: “Hier Geld in die Forschung zu stecken ist besser als den umstrittenen Donauausbau voranzutreiben!”

Aiwanger attestierte der CSU Vertrauens- und Gedächtnisverlust: “Wenn der Ministerpräsident und der Fraktionsvorsitzende schon nicht mehr wissen, was sie im Koalitionspapier hinein geschrieben haben, dann verlieren diese Politiker nicht nur an Vertrauen, sondern auch an Verlässlichkeit!” Die Freien Wähler kritisieren viel, aber sie hätten auch Konzepte, so Aiwanger. Bester Beweis sei die Tatsache, dass die CSU regelmäßig die Anträge der Freien Wähler abschreibe und als ihre eigenen “Kopien” dann in den Landtag einbrächte.

Ziel der Freien Wähler-Politik müsse es sein, eine Gesellschaft zu schaffen in der die Menschen zusammen- und nicht gegeneinander arbeiten. “Leistungsträger in unserer Gesellschaft brauchen einen verlässlichen Ansprechpartner und den haben sie in den Freien Wählern. Der Mittelstand und der Öffentliche Dienst brauchen Planungssicherheit und nicht eine Reform nach der nächsten.“

Schlussendlich ging Aiwanger auf ein Alleinstellungmerkmal der Freien Wähler im Besonderen ein, die Unabhängigkeit von Konzernspenden. Hier zeige die tägliche Wirklichkeit, wie sich die Parteien von einem Grauselmann und Co kaufen ließen und dieser munter seine Spenden an rot, schwarz, grün und gelb verteile. “Die Freien Wähler bleiben als verlässliche Kraft, die alle Regionen mitnehmen und als Ideengeber, eine bürgernahe Politikkraft mit der man in Zukunft noch mehr rechnen muss”.

Quelle: Günter Felbinger