23.07.2009 Hans Wild, Busunternehmer und  Betreiber einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in der Gemeinde Nabburg mit einer Leistung von 1,62 MW berichtete über seine persönlichen Erfahrungen bei der Errichtung dieser Anlage, die ab 31.07.2009 zum ersten Mal in das Stromnetz einspeisen und ca. 800 Haushalte mit Strom aus der Sonne versorgen wird. Zu Gast waren die Freien Wähler Oberpfalz mit dem 1. Vorsitzenden Freie Wähler Weiden, Alois Frank, einigen Mitgliedern des Landesarbeitskreises Energie und Umwelt der Freien Wähler, der FW-Bezirksfrauenbeauftragten Manuela von Podewils und mir.
  
Bei der Größe von ca. 6 ha und Baukosten von knapp 5 Mio. Euro stand der Pionier Hans Wild vor mehreren Herausforderungen. So z.B. bei der Finanzierung. Die derzeitige Finanzkrise schrecke verschiedene Kreditinstitute und Banken ab, sich bei derartigen Bauvorhaben zu engagieren. Das Recycling, bzw. die Rücknahme der Dünnschicht-Module sei durch die Fa. First Solar durch eine Rücknahmegarantie abgesichert. Die Dünnschichttechnik wird auf Glasscheiben von Pilkington in Weiherhammer aufgebracht.  Somit werden auch Arbeitsplätze in der Region unterstützt.
 
Die Genehmigung durch  die Gemeinde hänge immer stark von den Bürgermeistern und Kommunalpolitikern ab. Das ging in seinem Fall sehr schnell. Die Nachbarn und der Bürgermeister unterstützen das Projekt. Die Gemeinden würden in der Regel bei örtlichen GmbH´s durch die anfallende Gewerbesteuer profitieren. Wenn die Gemeinden vor Ort keine Vorteile hätten, würde die Genehmigung unter Umständen erschwert. Er regte an, ähnlich wie beim Jahressteuergesetz 2009 bei Windenergieanlagen die Einführung eines besonderen Zerlegungsmaßstabs (70 % Sachanlagevermögen/30 % Arbeitslöhne) für den Gewerbesteuer-Messbetrag bei Solarparks einzuführen. Das würde bedeuten, dass 70 % der Steuer am Ort der Photovoltaikanalge bleiben würden und 30 % der Steuer an dem Sitz des Unternehmens entrichtet würden. Hier werde ich nachzufassen.
 
Nachbesserungsfähig sieht Wild den § 11 EEG, wonach außer Konversions- und versiegelten Flächen nur Ackerland mit Freiflächenphotovoltaik-Anlagen bestückt werden dürften, wenn man die Einspeisevergütung erhalten wolle. Ebenso sei es nicht ganz verständlich, warum diese Anlagen lt. Schreiben des Innenministeriums nur in der Nähe von Siedlungen errichtet werden sollten. Dadurch werde der Kreis der Genehmigungen stark eingeschränkt. Ein weiteres Anliegen war die Information der Bürger. So meinten viele, dass der Rückbau der Solaranlagen, ähnlich wie bei Atomenergieanlagen sozialisert würde, also von der Allgemeinheit zu tragen wäre. Dem sei aber nicht so. Die Betreiber würden i.d.R. über Bürgschaften  haften müssen, wobei der Materialwert (Alu, Metall, Kupfer) alleine schon den Wert des Rückbaus garantiere. In dieser Branche würden bundesweit zum Stand 31.08.2008 bereits 350.000 Arbeitsplätze gesichert. Auch dies sei nicht zu verachten.  Insgesamt eine sehr beeindruckende Veranstaltung.