02.01.2009 Bei meinem Besuch im Seniorenheim Hermann-Grötsch-Haus in Regenstauf kam ich mit dem Heimleiter Michael Drindl ins Gespräch. "Die Bürokratie raubt uns jetzt schon die Zeit für die Menschen. Mit den geplanten Änderungen wird die Zeit noch weniger“, so Michael Drindl.
Zum Thema MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen)- Prüfungen erläuterte er, dass ein guter Ruf nicht erfunden oder künstlich erzeugt werden könne, sondern sich durch gute Qualität manifestiere. Gemeint sei damit aber nicht allein die Qualität, wie sie durch den MDK und die Heimaufsicht durch Prüfungen bestätigt wird, denn hier könne man bei 29 von 35 Bewertungskriterien ein " sehr gut " kriegen, wenn nur die Papiere stimmen.
Tanja Schweiger: "Der Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, der die Prüfung in Auftrag gibt, veranschlagt für jede Überprüfung rund 4.500€. Bei 10.300 Altenheimen macht das mehr als 46 Mio.€ pro Jahr"
Dazu kommen die Kosten für die jährliche Prüfung durch die "Heimaufsicht - FQA" - und die Kosten durch Personalausfall, die der geprüften Einrichtung durch die Prüfungen entstehen.
Laut Michael Drindl würden nur 60 % der Arbeitsleistung beim Bewohner und 40 % der Arbeitsleistung für Bürokratie verbleiben - darunter leidet die subjektiv empfundene Qualität durch zu wenig Pflegepersonal.
Dabei seien die Prüfungen durch die Lebensmittelkontrolle - Gewerbeaufsichtsamt - TÜV u.a. (ca. 980 Vorschriften sind zu beachten) noch nicht angesprochen.
Meiner Meinung nach ist es zielführender wenn das Geld in zusätzliches Personal investiert würde! Es kommt doch drauf an, dass die Menschen gut versorgt werden und sich wohl fühlen, und nicht, dass möglichst viele Kästchen in einem Formular ausgefüllt sind."

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