Freie Wähler informieren sich über olympische Sportstätten in Garmisch

Garmisch-Partenkirchen. Die Freie Wähler Landtagsfraktion hat sich im Rahmen ihrer Besichtigung olympischer Sportstätten in Garmisch-Partenkirchen mit einer Delegation regionaler Mandatsträger getroffen. Diese dankten der Landtagsfraktion für ihr beharrliches Engagement zugunsten einer Bewerbung der Stadt für die geplanten Olympischen Winterspiele in München und Garmisch-Partenkirchen im Jahr 2018. Weitere Themen waren die kommunale Finanzschieflage, Probleme mit dem neuen Mittelschulkonzept der Bayerischen Staatsregierung sowie Fragen der ausufernden Sozialleistungen, welche die Kommunen auch im südlichen Oberbayern vor erhebliche Probleme stellt.

Das war ein interessanter Tag für mich:

Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler, zeigte sich beeindruckt von den bereits bestehenden Aufstiegsanlagen am Kreuzeck, dem Olympia-Eissportzentrum sowie der hoch modernen Sprungschanze: „Hier ist schon eine hochwertige Infrastruktur zum Austragen der Olympiade 2018 vorhanden, die mit den noch vorzunehmenden Modernisierungen das Rückgrat für den Tourismus in der Region über Jahrzehnte hinaus darstellen kann.“

Florian Streibl, MdL aus Oberammergau, betonte die Bedeutung des Tourismus im Oberland. „Wir haben hier nur vergleichsweise wenige Arbeitsplätze in Industrie und Gewerbe, deswegen ist der Tourismus weit über die Stadtgrenzen von Garmisch-Partenkirchen von großer Bedeutung und muss nachdrücklich unterstützt werden. Wir stehen in einem starken Wettbewerb mit unseren österreichischen Nachbarn. Diesen Wettbewerb können wir am Besten mit viel Leistung, Kreativität und einer erfolgreichen Olympiabewerbung für das Jahr 2018 bestehen. Die Freie Wähler Landtagsfraktion wird daher auch weiter nachdrücklich für diese Bewerbung eintreten.“

Alexander Muthmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der Freie Wähler Landtagsfraktion, rief dazu auf, die Olympiabewerbung als Chance für die gesamte Region zu sehen: „Eine erfolgreiche Bewerbung wird den Tourismus insgesamt stärken und nachhaltige positive Effekte für das Oberland haben. Wir begrüßen es, dass die Region diese Chance erkennt und bereits jetzt umfassend in die Zukunft investiert.“

Hannes Krätz, dritter Bürgermeister von Garmisch, referierte über konkrete Verkehrsprojekte, die eine erfolgreiche Olympiabewerbung nach sich zöge: „600 Millionen Euro frische Mittel bedeuten, dass wir den Wang-Tunnel komplett durch finanzieren können, die Westumfahrung um Oberau wird kommen – und besonders der Ausbau der Bahnverbindung zwischen München und Garmisch-Partenkirchen wird dann die logische Folge sein.

Anton Fischer, Bürgermeister der Gemeinde Ohlstadt: „Wir brauchen eine Zugverbindung, die München mit Garmisch in einer Fahrzeit von einer Stunde verbindet. Eine Zugtaktung dieser Verbindung von 15 Minuten während der Olympischen Spiele und 30 Minuten nach Ende dieses Großereignisses, wäre eine deutliche Verbesserung gegenüber dem heutigen Zustand; derzeit haben Einheimische wie Urlaubsgäste eher den Eindruck, eine Tagesreise hinter sich zu haben, wenn sie mit der Bahn endlich in Garmisch-Partenkirchen angekommen sind.“

Eine heftige Debatte entspann sich rund um das neue Mittelschulkonzept der Bayerischen Staatsregierung. Eva Gottstein, bildungspolitische Sprecherin der Freie Wähler Landtagsfraktion, kritisierte die bisherigen Planungen: „Eine Werbeveranstaltung der Staatsregierung allein für diese neue Schulform hat kürzlich 132.000 Euro gekostet. Dafür hätte ich wirklich eine Menge Förderunterricht organisieren und bezahlen können. Das starre Konzept von Bildungsminister Spaenle wird zu erheblichen Problemen bei der Organisation des Unterrichts führen – auch hier in Garmisch-Partenkirchen.“

Florian Streibl führte das Thema weiter zur Berufsschulproblematik im Oberland: „Unser ländlicher Raum steht vor einem großen Berufsschul-Dilemma. Gerade in handwerklichen Berufen der Lebensmittelbranche wie dem Metzger- und dem Bäckerhandwerk drohen die entsprechenden Klassen an den Berufsschulen der Region regelrecht wegzubrechen. Der Freistaat muss es ermöglichen, dass auch kleinere Klassen gebildet werden können, um zum Beispiel den Bäcker- und Metzger-Nachwuchs auch weiterhin hier ausbilden zu können. Wenn erst einmal die entsprechenden Berufsschulangebote in der Region weg sind, werden auch die Auszubildenden vor Ort ausbleiben, da es für die jungen Leute unzumutbar wird, bis nach München in die Berufsschule zu fahren. Damit sterben nach und nach ganze Handwerkszweige aus. Wir müssen uns vehement dagegen wehren, dass im Bereich der Berufsschulen ein längst überwunden geglaubter Zentralismus sein Comeback feiert. Ausbildung in der Region ist ein Garant für die wirtschaftliche Zukunft der Region.“

Christian Neureuther hat uns die Ausbaupläne für Olympia erklärt. Er ist ein ehemaliger deutscher Skirennläufer, war auf Slalom spezialisiert und gewann in dieser Disziplin sechs Weltcuprennen. Sehr stark beeindruckt hat mich die Kandahar-Abfahrt. Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken im Alpinen Skiweltcup. Namensgeber ist der britische Kandahar Ski Club im schweizerischen Mürren.

Wir als Freie Wähler haben Flagge gezeigt, für Olympia, für Garmisch!