7.8.2013

Stellungnahme zum Kraftwerk Pielmühle in Regensburg

Liebe Freunde, in letzter Zeit wurde ich öfter gefragt, warum ich das Projekt Kraftwerk Pielmühle ablehne. Ich möchte Euch meine Gründe dazu erläutern.

Ich lehne den Bau des Wasserkraftwerkes Pielmühle in Regensburg ab, denn der Ausbau der regenerativen Energien muss im Einklang mit Mensch und Natur erfolgen. Bei dem Projekt Pielmühle steht der geringe Stromertrag in keinem Verhältnis zu der Masse an bedrohten Fischarten. Eine Modernisierung bestehender Anlagen bei gleichzeitig fischschonender Technik wäre hier in meinen Augen der bessere Weg.

Einer weiterer Grund für die Ablehnung dieses Projektes ist das Verhältnis der erzielbaren Leistung zum Invest. Hier einige Beispiele:

Biogasanlage Leistung 850 kW, Invest 1,6 Mio Euro, Ertrag 6,9 Mio kWh 
Windrad Leistung 3,20 MW, Invest 5-6 Mio Euro, Ertrag 6,0 Mio kWh 
Wasserkraftwerk Leistung 500-600 kW, Invest 3,5 Mio. Euro, Ertrag 3,0 Mio kWh 
Solarpark Leistung 1,74 MW, Invest 3 Mio Euro, Ertrag 1,6 Mio kWh 

Anmerkung: Beim "Runden Tisch" der Regierung der Oberpfalz wurden 2010 600 kW (Ausbauleistung) bei 3, Mio. kWh Ertragsleistung genannt. Mittlerweile kursieren max. 500 kW bei gleichem Ertrag (ca. 3,0 Mio. kWh).

Die Gefährdung der bedrohten Rote-Liste-Fischarten steht ebenfalls im Fokus meiner Entscheidung. Deshalb sollte aufgrund der Besonderheit dieses Gefährdungspotentials auf den Ausbau verzichtet werden. Ich halte es für effektiver, bestehende Anlagen, die für viele Fische meist den Tod bedeuten zu modernisieren, also bei alten Anlagen Leistung und Fischfreundlichkeit zu erhöhen.

Der Vorsitzende des Vereins " Hochwasserschutz Unteres Regental Zeitlarn e.V" sieht die Planungen zum Kraftwerk Pielmühle auch aus Gründen des Hochwasserschutzes kritisch.

Und nicht zu verkennen ist, dass dieser einzigartige Platz im Regensburger Norden eine der sehr wenigen Möglichkeiten der Freizeitnutzung und Naherholung im näheren Umkreis ist. Dies würde damit geopfert.

Das größte Potential für erneuerbare Energien liegt meiner Meinung nach zum einen in der Modernisierung bestehender Anlagen, in der Windenergie und hier in der damit verbundenen Windgas-Erzeugung als Speichermöglichkeit und zum anderen im Bereich Energieeinsparung, Energieeffizienz und sinnvoller Gebäudedämmung.

Herzlicher Gruß

Tanja Schweiger