01.06.2010 Auf Einladung des 1. Vorsitzenden der FREIEN WÄHLER Bärnau besuchte ich das Deutsche Knopfmuseum.
Unter der sachkundigen Führung von Museumsleiterin Andrea Bäuml konnte ich Einblicke in die Knopfherstellung vergangener Zeiten gewinnen. Knöpfe aus 4 Jahrhunderten, unterschiedliche Materialien, Maschinen und Geräte früherer Knopfherstellungsmethoden sind im Deutschen Knopfmuseum ausgestellt. Seit 1895 werden in Bärnau Knöpfe hergestellt.
2. Vorsitzender der FREIEN WÄHLER Herbert Seitz wies darauf hin, dass bis heute durch die Globalisierung der heimischen Knopfindustrie mehr als 90 % der Arbeitsplätze verloren gingen. Von in den 80er Jahren in der nördlichen Oberpfalz noch vorhandenen Arbeitsplätzen in der Knopfbranche sind heute knapp 10 % übrig geblieben. Allerdings gibt es derzeit immerhin noch ca. 300 Teilzeitarbeitsplätze in der Knopfherstellung in Bärnau. Er beklagte auch das seit der Grenzöffnung bestehende erhebliche Förder- und Lohngefälle zu den früheren Ostblockländern, das sich sehr nachteilig auf die heimische Industrie auswirkt.
Ich wies auf die wachsenden Schwierigkeiten des strukturschwachen ländlichen Raumes und die zunehmende Überalterung der ortsansässigen Bevölkerung hin. Das Ziel muss es sein, auch im ländlichen Raum gleichwertige Lebensbedingungen, so wie es das Landesentwicklungsprogramm für Bayern vorschreibt, zu schaffen. Aufgrund der schlechten finanziellen Lage fällt es den Städten und Gemeinden zwischenzeitlich schwer, allen Pflichtaufgaben nachzukommen.
Eine bessere Finanzausstattung der Kommunen ist daher meiner Meinung nach unumgänglich. Es muss im kommunalen Bereich eine differenzierte Förderpolitik geben, die auch kleinen Gemeinden die Chance eröffnet, dringend benötigte Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Auch sollte den Kommunen mehr Entscheidungsspielraum bei der Verwendung der Mittel zugebilligt werden.
Oberste Priorität muss es sein, im ländlichen Raum bestehende Arbeitsplätze zu erhalten. Trotz der schwierigen Lage soll versucht werden, insbesondere im Dienstleistungsbereich neue Arbeitsplätze zu schaffen. Für die ländliche Bevölkerung müssen Perspektiven geschaffen werden, um der Abwanderung wirksam begegnen zu können. Der Tourismus in unserer schönen Oberpfalz kann noch gefördert werden. Um konkurrenzfähig zu sein bedarf es allerdings des Ausbaus der Infrastruktur.
Bürgermeister Peter Hampel bedankte sich bei mir für mein Interesse und Engagement für die Belange der Kommunen und des ländlichen Raumes. Ich nahm die Einladung von Helmut Wettinger zu einem gemütlichen Beisammensein in seinem Gasthof in Hermannsreuth gerne an. Bei einem regen Erfahrungsaustausch stärkte ich mich gemeinsam mit den Mitgliedern beim „Schlachtschüsselessen“ und wir ließen den Abend ausklingen.