Klassenstärken flexibler handhaben

03.02.2009. Mit meiner Fraktion fordere ich morgen mittels eines Plenardringlichkeitsantrags die bayerische Staatsregierung auf, ab dem Schuljahr  2009/10 eine flexiblere Regelung einzuführen, um grundsätzlich auch Klassen mit weniger als 15 oder 13 Schülern zu ermöglichen. Nur so kann eine regionale Schullandschaft erhalten bleiben.  Gerade auch Schulen im Regensburger Landkreis wie z.B. in Sinzing, Undorf und Pfakofen könnten von dieser Regelung profitieren. Ich hoffe hier auf die Zustimmung der übrigen Landtagskollegen.
                                                                                                                                                                                           Bisher erhielten alle Schulen in Bayern jeweils zu Schuljahresbeginn ein Schreiben des KM, das (z.B. für das Schuljahr 2008/2009) folgenden Wortlaut habe (Seite 5):  „ Für die Klassen der Grundschule beträgt die Mindestschülerzahl 13. Für die Klassen der Hauptschule beträgt die Mindestschülerzahl 15; Unterschreitungen (bis zu einer Schülerzahl 12) sind nur möglich für Klassen der Jahrgangsstufe 9 (Regelklasse) und 10, die infolge Schülerabgangs aus der Jahrgangsstufe 8 bzw. der M 9 die erforderliche Mindestschülerzahl nicht erreichen.“

In Zukunft muss dieser Passus nach Vorstellung der Freien Wähler folgendermaßen lauten:
Für die Klassen der Grundschule beträgt die Mindestschülerzahl grundsätzlich 13 und für die Hauptschule grundsätzlich 15. Unterschreitungen bis zu einer Schülerzahl von 10 sind möglich für alle Klassen, die aufgrund des Geburten– oder Schülerrückgangs die erforderliche Mindestzahl nicht mehr erreichen, wenn dadurch die Existenz der jeweiligen Schule gesichert und die regionale Schullandschaft erhalten bleibt.

Man muss wissen, dass die Zahl der Hauptschulen in Bayern immer mehr zurückgeht. 2001 gab es noch 1700, heute sind es nur noch 1000 und 300 weitere sind laut Aussage von Herrn OB Hans Schaidinger (CSU, Präsident des Bayerischen Städtetages) in den nächsten Jahren extrem in ihrem Bestand gefährdet.

Gerade für den ländlichen Raum sind Schulen ein unverzichtbarer Bestandteil für das gesellschaftliche Leben. Daher sollten Lösungen erarbeitet werden, die Hauptschule vor Ort zu erhalten. Ein Hindernis war bisher die „15 - Schülergrenze“ als Mindestklassenstärke.

Abschließend zitiere ich noch den Bayer. Ministerpräsidenten aus  „Focus“ 42/2008: „ ….Bildung, da müssen wir in Bayern etwas korrigieren – Schulstandorte im ländlichen Raum erhalten. Wieso sollte eine Klasse auf dem Land aufgelöst werden, nur weil sie einen Schüler weniger hat als die Norm? Da müssen wir flexibler werden.“