29.03.2010 Im Finanzamt Regensburg fand die alljährliche Ortsverbandsversammlung der bayerischen Finanzgewerkschaft (bfg) statt. Zu Beginn wurden langjährige Mitglieder geehrt und Frau Sixt, die Ortsverbandsvorsitzende der Regensburger Finanzgewerkschaft, berichtete über die Aktivitäten im vergangenen Jahr. Anschließend gab Frau Wildfeuer, die Bezirksvorsitzende der bfg, einen interessanten Überblick über die Rahmenbedingungen der Arbeit der Finanzbeamten. Am meisten wurde die Altersstruktur kritisiert. Mehr als 8.000 der 18.000 Beamten sind über 50 Jahre. Die Jungen sind fast ausschließlich in München eingesetzt. Dort liegt der Altersdurchschnitt bei 37 Jahren. Im Vergleich dazu liegt der Altersdurchschnitt der FA in der Oberpfalz bei 49 Jahren und in Oberbayern ohne München bei 40 Jahren.
Die Altersstruktur ist hier vergleichbar mit der bei der Polizei. In beiden Bereichen werden alle Jungen nach München geschickt, mit der Folge, dass alle Standorte in der Fläche leer ausgehen. Hier muss die Politik des Freistaats zukunftsorientierter und mit mehr Rücksicht auf den ländlichen Raum ausgerichtet werden. Der Doppelte Abiturjahrgang nächstes Jahr bietet eine hervorragende Möglichkeit, zusätzliche junge Kräfte für die Finanzverwaltung einzustellen.
Ebenfalls ziemlich unbefriedigend für die Beamten ist die Beförderungssituation. So gibt es derzeit 3733 Beamte in Nordbayern, die auf ihre Beförderung warten. Gegenwärtig haben diese Beamten alle Voraussetzungen bzw. Prüfungen für eine Höherstufung erfüllt und führen auch die Aufgaben der entsprechenden Stufe aus. Allerdings entspricht die Besoldung nicht derselben sondern einer niedrigeren Stufe. Der Freistaat hat hier Rahmenbedingungen versprochen, die seit Jahren nicht eingehalten werden.