29.09.2011 Über ein volles Haus konnte sich die Geschäftsführerin von artphalanx Anjalie Chaubal freuen. Seit Beginn im Mai 2010 ist dies die 4. Ausstellung bei artphalanx, die alle den Dialog von Künstlern in den Mittelpunkt stellen. In meinem Grußwort lobte ich, dass durch diese Art der Ausstellung Regensburg zum Treffpunkt von immer einem regionalen und überregionalen Künstler wird und somit die Region Regensburg Baustein eines überregionalen Netzwerks für Künstler wird. In der ersten gemeinsamen Ausstellung, die von 29. September - 20. November 2011 in der Wittelsbacher Straße 6 in Regensburg zu sehen ist, treffen die kinetischen Objekte Siegfried Kreitners spannungsreich auf die Farbholzschnitte von Esther Zellmer. Beide Künstler bedienen sich eines Vokabulars geometrischer Formen, doch bricht der Bildhauer durch langsame Bewegungsrhythmen und minimale Farbveränderungen die Strenge der Einzelelemente sensibel auf, und auch die Malerin zeigt in der Druckgraphik einen Wandel zu lebendigen Strukturen aus Farbe und Form. Siegfried Kreitner baut Säulen, Zylinder, Würfel und flache Quader aus Aluminium, Edelstahl, Plexiglas, Kunststoff, Neonröhren und Elektromotoren, die nahezu geräuschlos mechanische Bewegungen ausführen. Sie strahlen in wechselnder Intensität Licht aus und ändern in einem festgelegten Rhythmus permanent ihre Erscheinungsform. Damit gelingt Siegfried Kreitner die Verwandlung der perfekt konstruierten Technik, verbunden mit kühlem Neonlicht und exakt austarierten Bewegungsabläufen zu Skulpturen, die trotz ihrer Präzision die sinnliche Wahrnehmung des Betrachters ansprechen. Esther Zellmer greift in ihren aktuellen Farbholzschnitten die motivische Bildsprache ihrer Malereien auf und wandelt sie zu noch klarer definierten geometrischen Formen. Ihre Kompositionen sind jedoch nie streng mathematisch und werden wie in den Arbeiten auf Leinwand durch den Pinselstrich in der Druckgraphik durch freihändig gezogene Linien von unregelmäßiger Auftragsstärke und einer äußerst experimentierfreudigen Verwendung von druckfähigen Gegenständen aufgelockert. Zellmer schneidet Strukturen in Holzplatten, die wie eine Art Raster, teils partiell überklebt und teils mehrfach übereinander gedruckt werden und kombiniert sie spielerisch mit gefundenen Materialien wie Holzeisenbahngleisen oder hölzernen Zahnrädern zu vielschichtigen Gesamtbildern.