Bildmitte: Ely Eibisch, Tanja Schweiger und Landrat Wolfgang Lippert mit FWG-Mitglieder

Kemnath. (ak) Wie geht es weiter mit der gesundheitlichen und nachrichtentechnischen Infrastruktur in der Nordoberpfalz und den Arbeitsplätzen bei den US-Streitkräften? Diesen Fragen gingen die Freien Wähler Kemnath bei einem Vorortgespräch am Samstagabend im Gasthaus Fantasie nach. Zur Gesprächs- und Info-Runde traf sich die Vorstandschaft der Freien Wähler unter Leitung von Ely Eibisch mit Landrat Wolfgang Lippert und der Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Tanja Schweiger. „Das aktuell größte Problem unserer Systemstrukturen im Gesundheitswesen ist die Budgetierung von Fallleistungen. Ohne komplette Reformierung unseres Gesundheitssystems und neuen Säulen ist dessen dauerhafte Finanzierung nicht zu schaffen“, schickte MdL Tanja Schweiger voraus. Sie wies auf die Probleme von Allgemeinärzten zum Quartalsende hin, denen oft aufgrund der Budgetierung zum Leidwesen ihrer Patienten die Hände gebunden sind. Zudem scheuen sich junge Ärzte ob des großen finanziellen Risikos mit einer neuen Praxis besonders auf dem Land selbständig zu machen. „Wir brauchen wie bei den privat Versicherten auch bei den kassenärztlichen Abrechnungen mehr Transparenz durch Einsichtnahme durch die Patienten. Patient, Arzt und Krankenkasse müssen gleichberechtigte Partner werden“, forderte Schweiger. Zum Thema Akutversorgung pochte sie auf die gesetzlich festgelegte Hilfsfrist von zwölf Minuten, in dem die Erstversorgung durch einen Notarzt überall gewährleistet sein muss. Zum Thema Erhalt des Krankenhauses Eschenbach berichtete Landrat Wolfgang Lippert, dass eine Spezialisierung zum Erhalt des Hauses unumgänglich ist, um aus den tiefroten Zahlen zu gelangen. „Eine Vollversorgung in jedem Krankenhaus ist nicht zu bezahlen. Unser Ziel ist es durch eine Teilspezialisierung der Häuser deren Erhalt und die Gesamtfinanzierung unseres regionalen Krankenhaussystems sicher zu stellen. Nach Auffassung aller Experten bedeutet dies für das Eschenbacher Krankenhaus die Umstrukturierung als Zentrum für Demenzkranke in der Anfangsphase mit etwa 35 Betten“, erklärte Lippert. Dies ist auch im Hinblick auf den demographischen Wandel sinnvoll. Er bat vor allem bei den Haus- und Fachärzten um Akzeptanz der eigenen Krankenhäuser und deren Annahme durch die Bürger. Tanja Schweiger schlug zudem vor dort einen Durchgangsarzt zu etablieren.

„Das Thema der geplanten Strukturänderungen bei der US-Armee hätte schon längst zur Chefsache gemacht werden müssen. Hier fehlen klare Signale der Spitzenpolitiker. Wo bleibt hier das klare Bekenntnis zum ländlichen Raum?“, beklagte MdL Tanja Schweiger. Klar sei, dass eine Brigade aus dem Raum Grafenwöhr/Vilseck abgezogen wird. Ob die Aussage, dass deren Abzug durch personelle Verlagerungen von anderen US-Standorten ausgeglichen werden kann, muss sich erst zeigen. Es bleibt aber zu befürchten, dass durch den Teilabzug und das geplante rollierende Armeepersonal Einsparungen beim zivilen Personal und die Minderung mitziehender US-Angehöriger einhergehen. Christian Baumann beklagte sich darüber, dass vor allem ländliche Gemeinden bei der Breitbandversorgung alleingelassen werden. „Es ist seitens der Landesregierung dreist von den Bürgermeistern zu erwarten, dass diese alleine diese Aufgabe schultern können. Der Bund hält dafür Mittel bereit; Bayern partizipiert jedoch nicht davon“, berichtete Schweiger. Zum Thema geplante Fachoberschule Eschenbach berichtete die Abgeordnete, dass für deren Start eine Probeeinschreibung stattfindet. Die Schüler sollten diese wohnortnahe Möglichkeit, sich für diesen neuen Schulstandort einzuschreiben, nutzen, um die Chancen für den FOS-Start zu erhöhen und den Bedarf und das Schülerpotential zu unterstreichen.

Bild und Bericht Arnold Koch