20.11.2009. Aufgrund der Polizeireform, die das Präsidium Niederbayern/Oberpfalz in künftig 2 Präsidien  aufteilt, war diese Jahresveranstaltung der DPolG mit der daraus folgenden Trennung der DPolG Niederbayern/Oberpfalz in zwei Gewerkschaften verbunden. Der neue Vorsitzende der Oberpfalz, Michael Hinrichsen, sprach ebenso wie der Landesvorsitzende Hermann Benker, sehr deutliche Worte. Nachdem die Polizei auch unser Wahlkampfthema war, waren für mich keine neuen sachlichen Erkenntnisse dabei. Allerdings war ich von der Veranstaltung emotional sehr berührt. Das Ausmaß der schlechten Bedingungen machte mich doch ziemlich betroffen, ebenso die schonungslose Offenheit, mit der die Schwachstellen beim Namen genannt wurden. Man hatte das Gefühl, das man täglich froh sein kann, dass nicht noch mehr passiert. Ab 2011 gehen mehr als doppelt so viele Beamte in Ruhestand als aus der Bereitschaftspolizei in den aktiven Dienst kommen. Das Durchschnittsalter unserer Polizisten liegt bei 47 Jahren. Viele sind gesundheitlich nicht mehr in der Lage Schichtdient zu leisten, dieser verteilt sich auf einen noch kleineren Teil der Belegschaft.
Aus nicht nachvollziehbaren betriebswirtschaftlichen Gründen kommen immer mehr Leasingfahrzeuge zum Einsatz. Hier ist die Kilometerlaufleistung begrenzt, so dass die Polizisten häufiger mit den alten polizei-eigenen Autos unterwegs sind als mit den neuen geleasten. Ein Polizeiauto ist ja ein Arbeitsauto und nicht zum Spazierenfahren gedacht. Daher weisen diese Autos auch Gebrauchsspuren v.a. im Bereich der Sitze und Türrahmen auf, wenn die Beamten in voller Montur mit Waffen und Handschellen am Gürtel in die Autos rein- oder rausspringen. Mittlerweile müssen die Beamten so sehr auf ihr Werkzeug Auto aufpassen, dass ihre eigene Sicherheit und die der Bürger hintenansteht.
Ein weiterer Grund, der zur Verärgerung beitrug, war die kurzfristige Absage des Polizeipräsidenten, weil dieser ebenso kurzfristig zum Innenministerium berufen wurde, obwohl die DPolG-Veranstaltung längst bekannt war. Eine Frage der Wertschätzung!
Eine Polizeireform, die oben mehr Personal aufbaut und unten die Leute von der Straße wegzieht, ist nicht das, was Bayern braucht! Wieder eine Bestätigung, dass wir im Wahlkampf die richtigen Themen besetzt hatten, dass die FW zuhören und ganz nah an den Menschen sind! Der CSU-Abgeordnete, der auch im Innenausschuss tätig ist, wurde nicht gerade mit Samthandschuhen angepackt. Er sagte, er hätte ja gewusst und immer gesagt, dass die Reform so nicht richtig sei. Aber die Staatsregierung wollte das anders. Das mag ja richtig sein, allerdings habe ich ihm dann die Frage nicht erspart, warum er im Parlament dann die Hand dafür gehoben hat, wenn er nicht überzeugt ist.