15.11.2009. Der BLLV war der erste Verband, der mich in meiner Funktion als Abgeordnete eingeladen hatte. Prof. Poschard aus Nürnberg hielt einen Vortrag, dem ich voll zustimmen konnte, indem er die aktuelle Bildungspolitik ziemlich deutlich an den Pranger stellte. Er kritisierte das Fehlen der Regionalität und Individualität, keine Vermittlungen von sozialen Tugenden, keine Förderung von Zivilcourage und zu wenig im Bereich der Frühförderung. Kurzum keine Berücksichtigung der veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Bildungssystem. Die Dienstrechtsreform beurteilte er positiv.
Ein Grußwort war demnach für mich als Freier Wähler sehr entspannt und kooperativ. Gehen doch die genannten Kritikpunkte nicht auf unser Konto. In der Woche zuvor streikten in 40 bayrischen Städten die Schüler gegen die Unterrichtsbedingungen: „Kleinere Klassen, mehr Lehrer! -  Anti G8!
 Dies war auch Thema in der Plenumsdebatte. Die CSU und die Liberalen waren allerdings der Meinung, dass sich ein derartiges Verhalten nicht gehöre, da es sich hier schließlich um „Schuleschwänzen“  handle (das macht wohl ein anständiger Schüler nicht..). Irritiert hat uns hier alle die anti-liberale Haltung der FDP.
Ich persönlich finde es gut, wenn junge Leute Verantwortung übernehmen und Stellung beziehen anstatt sich zurückzuziehen und sich nur noch stumpfsinnigen Computerspielen  zu widmen. Mit dieser Haltung bekam ich auch Unterstützung vom BLLV. Ebenso mit unserer Leitlinie: Bildungskosten sind Investitionskosten,  ein sozialer Reparaturbetrieb kostet um ein Vielfaches. Bildung ist mehr als Wissensvermittlung.
Mein Wunsch ist es, in den Lehrplänen zusätzlich mehr Sport und Musik zu finden, ebenso ein weiteres Fach „Lebenskunde“, in dem es um die Dinge geht, die wichtig im Leben sind, die man aber entweder zufällig lernt oder nicht. Ernährung, pädagogische Grundzüge der Kindererziehung, Benimm- und Verhaltensregeln, politische Grundzüge und vieles mehr. Mit dieser Aussage kam ich gut an. Alles rundherum eine gelungene Veranstaltung, die für die Oppositionspolitiker deutlich angenehmer verlief als für die Regierungsverantwortlichen.