April 2010 Rollentausch – im Kinderhort und in der Ambulanten Krankenpflege

Im Rahmen des Rollentauschs besuchte ich den städtischen Kinderhort in der Clermont-Ferrand-Allee. In diesem Hort verbringen 25 Kinder und Jugendliche der Clermont-Ferrand Hauptschule ihren Nachmittag. Das Essen wird meistens von den Betreuerinnen selbst zubereitet. Es gibt Suppe, Salat und ein Hauptgericht. Nach dem Mittagessen ist bis 14.00 Uhr Freizeit im Garten an der Tagesordnung. Dort wird Fußball gespielt oder geklettert. Von 14:00 – 15:00 Uhr ist Hausaufgabenzeit. Hier fungieren die Erzieherinnen als kompetente Hilfe. Im Rahmen des Rollentauschs wurden sie von mir unterstützt. Ich bin von der Höflichkeit der Jugendlichen beeindruckt. Jeder fühlte sich fürs Tischabräumen und -abwischen zuständig. Auch die Hausaufgaben wurden ordentlich und konzentriert gemacht. Ein Schüler war um 10 vor Drei mit den Hausaufgaben fertig und lernte dann noch freiwillig Vokabeln bis 15.00.

An der Clermont-Ferrand-Schule gibt es auch eine sogenannte Übergangsklasse. Hier werden Kinder im Alter von 10 – 16 Jahren unterrichtet, die gerade erst nach Deutschland gekommen sind und kein Deutsch können. Im Laufe der Unterrichtszeit sollen sie soweit Deutsch lernen, dass sie später die Regelklasse besuchen können. Leider sind in dieser Klasse 28 Schüler mit unterschiedlichen Muttersprachen, so dass individuelle Förderung für eine Lehrkraft sehr schwer möglich ist. Es war sehr schön für mich zu sehen, wie Frau Dietlmeier und Frau Fenn sich mit Konsequenz und viel Einfühlungsvermögen um die Jugendlichen kümmern.

 

Weiterhin war ich bei der Ambulanten Krankenpflegestation Lappersdorf aktiv. Ich begleitete die Krankenschwester Josefine Moliere bei ihrer Vormittagstour. Zuerst waren wir einem gestürzten Rollstuhlfahrer behilflich. Dann wurde ein Katheter gewechselt und ein Blasenstoma verbunden. Eine andere Dame, die an Parkinson erkrankt ist, wurde von uns geduscht. Ich hatte den Eindruck, dass hier sehr professionell aber auch mit sehr viel Herz und Leidenschaft gearbeitet wird.

Erfreulich finde ich, dass es sich hier um eine richtige soziale Anlaufstelle handelt. Es werden Krankenpflegekurse und Gesprächsrunden für Angehörige angeboten. Durch die Kooperation mit den Pfarrgemeinden gibt es auch einen ehrenamtlichen Besuchsdienst. Ein Flohmarktlager, dessen Erlöse der ambulanten Krankenpflege zukommen, ist auch an der Sozialstation untergebracht und wird von Ehrenamtlichen organisiert. Desweiteren werden auch Haushaltshilfen und Personen, die Einkäufe erledigen, vermittelt. Die Sozialstation in Lappersdorf ist somit ein Anlaufpunkt für alle Menschen geworden, die sich ehrenamtlich engagieren wollen.