10.01.2011 A4e (Action for employment) ist ein privater Dienstleister, der im Auftrag der Arbeitsagentur Maßnahmen durchführt, um Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen.
In einem ausführlichen Gespräch wurde mir der Ablauf und die Zuständigkeiten erklärt:Im Falle einer Arbeitslosigkeit wendet sich der Betroffene normalerweise an das Arbeitsamt um Arbeitslosengeld zu bekommen. Sehr wahrscheinlich ist, dass man dort in eine Maßnahme geschickt wird, um sich weiter zu qualifizieren. Je nach Vorqualifikation macht das sicherlich Sinn. Da allerdings Arbeitslose, solange sie in einer Maßnahme sind, nicht in die Arbeitslosenstatistik aufgenommen werden, erklärt sich, warum auch Schwangere, nicht deutsch Sprechende oder gut Qualifizierte von der Arbeitsagentur in eine Weiterbildungsmaßnahme geschickt werden.
Mir wurde dann auch folgende Arbeitslosenstatistik erklärt.

Tatsächliche Arbeitslosigkeit im November 2010: 4.086.431
Offizielle Arbeitslosigkeit 2.931.170
Nicht gezählte Arbeitslose 1.155.261
Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt:
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II: circa 360.000
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I (§ 428 SGB III): 290
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 323.095
Berufliche Weiterbildung: 219.497
Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (z. B. Bewerbungstraining): 45
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z. B. Vermittlung durch Dritte): 192.720
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 27.344
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: 2.046
Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 30.224
Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht November 2010, Seite 66. Die dort aufgeführte Altersteilzeit sowie Gründungszuschüsse und sonstige geförderte Selbstständigkeit haben wir in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die dort ebenfalls aufgeführten älteren Arbeitslosen, die gemäß § 53a Abs. 2 SGB II nicht als arbeitslos zählen, sind enthalten in der ersten Gruppe der Tabelle (Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II). Diese große Gruppe der älteren ALG II-Bezieher, die nicht als arbeitslos gelten, ist nicht im Monatsbericht ausgewiesen, sondern in einer Sonderpublikation der Bundesagentur für Arbeit: Analyse der Grundsicherung für Arbeitsuchende November 2010, Seite 17

Da in der poltischen Diskussion Deutschland derzeit mit einer niedrigen Arbeitslosenzahl von unter 3 Millionen gut da steht, kürzt die Bundesregierung die für die Maßnahmen zur Verfügung gestellten Mittel. Für das Unternehmen A4e eine bittere Situation. Trotz der Ermittlungserfolge in nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse müssen sie ihre Niederlassung aufgeben. Der Grund. Die Bundesregierung schreibt keine Weiterbildungsangebote mehr aus, d.h. sie können sich nicht einmal mehr um die Durchführung einer Maßnahme bewerben und wechseln jetzt selbst auf die Seite der Zu Vermittelnden... Ob das der richtige Weg ist…?