Drucksache 17/899

Ich frage die Staatsregierung, wie grundsätzlich bei Krankheit eines (Gymnasial-) Lehrers sichergestellt wird, dass die Schüler den Lehrstoff durchnehmen können, ob ihr bekannt ist, dass es am Gymnasium Neutraubling im Fach Englisch zu Stundenausfällen in Höhe von bis zu 50 Prozent der Stunden durch immer wieder auftretende Krankheit der Lehrerin kommt und wie sieht die Staatsregierung vor, hier Abhilfe zu schaffen?

Antwort des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Beim längerfristigen Ausfall einer Lehrkraft wird nach Kontaktaufnahme der betroffenen Schule mit dem zuständigen Personalmitarbeiter des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (StMBW) im Gespräch erörtert, welche Maßnahmen die Weiterführung des regulären Unterrichtsbetriebs ermöglichen können.Hierzu gehören:
die Bereitstellung von Mitteln für befristete Aushilfsverträge durch das StMBW: Bei Ausfäl-len, die länger als zwei Monate andauern, können derzeit im Regelfall Aushilfsmittel in Höhe von bis zu drei Vierteln der ausfallenden Stunden bereitgestellt werden.
der Einsatz der jedem staatlichen Gymnasium zustehenden sog. Mittel zur eigenen Bewirtschaftung: Jedem staatlichen Gymnasium stehen Mittel im Umfang von 20.000 bis 40.000 Euro (abhängig von der Schulgröße) zur Verfügung. Diese können ohne weitere Rücksprache mit dem StMBW beim Ausfall einer Lehrkraft zur Beschäftigung einer Aushilfslehrkraft eingesetzt werden.
der Einsatz der integrierten Lehrerreserve: Zum Schuljahr 2013/2014 wurde an allen staatlichen Gymnasien eine integrierte Lehrerreserve eingerichtet; diese kann direkt vor Ort ohne weitere Rücksprache mit dem StMBW bei kurz- oder längerfristigen Ausfällen eingesetzt werden. Zum Schuljahr 2014/2015 wird die integrierte Lehrerreserve weiter ausgebaut, sodass dann bereits zu Schuljahresbeginn ein Gymnasium durchschnittlicher Größe über den regulären Stundenbedarf hinaus Personalzuweisungen im Umfang von ca. einer Lehrerstelle erhält.
die Zuweisung einer Lehrkraft der Mobilen Reserve: Zum Schuljahr 2011/2012 wurde für die staatlichen Gymnasien eine Mobile Reserve eingerichtet. Diese konnte durch die Bereitstellung von zusätzlichen Ressourcen im Nachtragshaushalt 2012 zum Schuljahr 2012/2013 ausgebaut werden, sodass derzeit 165 Lehrkräfte zur Verfügung stehen, um bei längerfristigen Ausfällen (z.B. Mutterschutz, Elternzeit) den Ausfall von Unterricht abzuwenden.
Teilzeitänderungen bei anderen Stammlehrkräften.
Anordnung von Mehrarbeit oder Mehrung bzw. Minderung bei anderen Stammlehrkräften.
geänderte Gruppenbildungen: z.B. Aufhebungen von Klassenteilungen für einen bestimmten Zeitraum.Im Regelfall wird beim Ausfall einer Lehrkraft durch eine Kombination mehrerer dieser Maßnahmen die Fortführung des Pflichtunterrichts erreicht.Die Situation am Gymnasium Neutraubling ist dem StMBW bekannt. In der Tat gibt es dort eine (Teilzeit-)Lehrkraft mit Fakultas Englisch, die gesundheitlich stark beeinträchtigt ist. Ab Schuljahresbeginn war die Lehrkraft in einer Englisch-Klasse eingesetzt. Im Zeitraum von ca. Mitte Oktober bis Dezember fiel sie krankheitsbedingt mehrmals tage- bzw. wochenweise aus. Auch auf Gespräche mit den Eltern hin hat die Schulleitung jedoch noch vor dem Halbjahreswechsel reagiert und setzt die Kollegin seither nicht mehr in Englisch ein. Nach Aussage des Schulleiters ist das Problem im Fach Englisch somit schon seit geraumer Zeit behoben.